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An den Vorstand des Landesschachbund Bremen - Offener Brief

Hallo liebe Vorstandsmitglieder,

ich möchte mich zum Beschluss, mich aus der 2.Runde der Offenen Bremer Einzelmeisterschaft auszuschließen, äußern:

Ich war bei den Eröffnungsreden im Spielsaal; die 1.Runde war ausgelost. Ich habe die Partie in der ersten Runde aus privaten Gründen nicht angetreten. Die Wertung -:+ ist daher völlig in Ordnung!  Es ist mir aber nicht bekannt, dass ich dieses begründen muss, oder mich beim Turnierleiter abzumelden habe, wenn ich die Partie nicht antreten möchte. Ich hatte kurz nach Turnierbeginn mit dem Vorsitzenden des ausrichtenden Vereins telefoniert und meine Teilnahme zur 2.Runde angekündigt. Ich habe auch in den Regeln nichts gefunden, dass den Ausschluss und die „Doppelbestrafung“ begründet.

SCHACH – das königliche Spiel. Ist das noch mein Hobby?
In einem Mannschaftskampf in der C-Klasse hat der jugendlicher Spieler an Brett 1 einen Sieg eingefordert, weil der gegnerische Spieler auf die Toilette gegangen ist, obwohl er am Zug war und seine Zeit lief. Vielleicht ist das Einfordern des Punktes sogar regelkonform, aber moralisch aus meiner Sicht sehr bedenklich. Zumal der reklamierende Jugendspieler viele DWZ-Punkte im Vorteil war und keine Gefahr bestand, die Partie zu verlieren. Was ist mit der Fair Play Regel?
Ich hatte ihn etwas später daraufhin angesprochen. Er erwiderte: „Der hat sich an die Regeln zu halten“. Er hätte ja seinen Zug auf Toilette recherchieren können.  
Sind alle Schachspieler mittlerweile potentielle Betrüger? Was ist mit dem gesunden Menschenverstand, der mir bei den heutigen Jugendlichen etwas abhandengekommen ist. Es geht oftmals rauszufinden, wo ein Regelverstoß vorliegt, den man zum Vorteil nutzen kann.
Regeln müssen sein. Auch in den untersten Klassen. Aber generell Betrugsabsichten zu unterstellen, ist schon heftig. Würde eine harte Bestrafung nicht ausreichen, wenn jemand beim "Schummeln" erwischt wird? Schach ist ein tolles Hobby und wird durch solches Verhalten kaputt gemacht. Ich behaupte, dass 99,9 % der Schachspieler einfach nur Schach spielen wollen und nicht an Betrug denken.
Müsste man nicht allen Autofahrern das Auto wegnehmen, denn sie könnten ja falsch parken oder bei Rot über die Ampel fahren.
Über Kommentare würde ich mich freuen.
Bernhard Künitz